Re-Use oder Biogas?

Wo Brauereien und Destillen Geld verbrennen

Bier ist das beliebteste alkoholische Getränk der Deutschen. Doch auch einige hochprozentige Spirituosen erfreuen sich immer größer Beliebtheit. Whisky beispielsweise erlebt seit Jahren einen Boom in Deutschland. Für die Herstellung von Bier und Spirituosen sind aber große Mengen Wasser erforderlich. Zum Beispiel benötigt man etwa 50 Liter Wasser, um einen Liter Whisky herzustellen. Davon werden je nach Distillerie allein 70% zu Kühlzwecken verwendet. Die verbleibenden Anteile verteilen sich zu zwei Drittel auf Prozesswasser und einem Drittel Wasser zu Reinigungszwecken. 

Abwasser wiederverwenden

Brauereien und Destillerien verfügen hier über hohe Einsparpotenziale. Kosten lassen sich z.B. reduzieren indem Abwasser wiederverwendet und recycelt werden kann. Angesichts steigender Wasserkosten sowohl für die Bereitstellung von Wasser, als auch für Abwasser, besteht hier ein starker finanzieller Anreiz, kreativer über die Verwendung von Abwasser nachzudenken. Außerdem hilft ein optimierter Wasserkreislauf den Druck auf die lokale Wasserversorgung während unregelmäßiger Regenfälle oder Dürreperioden zu verringern. 

Tatsächlich ist die Wiederverwendung und das Recycling von Abwasser eine der effektivsten Möglichkeiten, um nach einem Rückgang des Wasserverbrauchs die Gesamtwasserkosten zu senken. Es gibt viele Einsatzmöglichkeiten vor Ort wie Kesselspeisung, Kühltürme und einige Reinigungstätigkeiten, die Abwasser nach einer Aufbereitung wieder sinnvoll nutzen können. In der Getränkeindustrie haben wir mit unserem HyBev-Verfahren beim Schließen von Wasserkreisläufen bereits große Fortschritte erzielen können

Wichtig dabei zu wissen ist aber, dass derzeit recyceltes Abwasser nicht als Trinkwasser verwendet werden kann. Dies ist nicht auf einen Mangel an Reinigungstechnologien zurückzuführen. Die heutigen Umkehrosmoseanlagen in Kombination mit einer kontinuierlichen Elektroentionisierung sind mehr als ausreichend, um das Abwasser auf Reinheitsgrade zu bringen, die tatsächlich über der Qualität der Trinkwasserversorgung liegen. Die vorsichtige Haltung gegenüber der Wiederverwendung von Abwasser stammt vor allem aus regulatorischen Bestimmungen z.B. durch die deutsche Trinkwasserverordnung, die hier in Deutschland maßgeblich ist. Streng genommen gibt es aber vielerorts Leitungswasser, welches ebenfalls aus wiederaufbereitetem Abwasser besteht.

Aus Abwasser Ressourcen gewinnen

Der erste Schritt besteht darin zu erkennen, dass Abwasser trotz seines Namens nicht nutzlos, sondern eine Ressource ist. Brauereien und Destillerien können von einer anaeroben Behandlung ihres hochfesten Abwassers mit Bewegtbett-Biofilmreaktoren profitieren. Biogas ist ein Nebenprodukt dieses Prozesses und kann sofort an ein kombiniertes Heizkraftwerk (BHKW) vor Ort geliefert werden, um Energie (und Wärme) für den Betrieb der Anlage bereitzustellen, so die Abhängigkeit von nicht erneuerbaren Ressourcen zu reduzieren und gleichzeitig Kosten einzusparen. Je nach Anlage können Brennereien oder Brauereien einen Überschuss an Biogas und Strom produzieren, der wieder an das Netz abgegeben werden kann. Darüber hinaus kann ein zweites Nebenprodukt, Biomasse, als nährstoffreicher Bodenzusatz an örtliche Landwirte verkauft werden. Im Abwasser stecken also noch ausreichend Ressourcen.

Fazit: Für Destillerien und Brauereien steht ein umfangreiches Angebot an Abwasserbehandlungen zur Verfügung. Für jeden Kunden ist aber eine maßgeschneiderte Lösung erforderlich, um die spezifischen Anforderungen an das Recycling von Abwasser zu erfüllen oder um Biogas und Biomasse zu produzieren. Dabei müssen die gewünschte Wasserqualität, der Kapazitätsbedarf, der verfügbare Platz und das Budget berücksichtigt werden. Die Technologien dazu haben sich mittlerweile nachweislich bewährt.

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Referenz
Das anaerobe Biobed Advanced-Verfahren reinigt Brauerei-Abwasser mit weniger Energieverbrauch und produziert Biogas.
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