Kühe auf der Weide

Müller Wiseman Molkerei setzt auf Wasser-Recycling

Um den Wasserverbrauch und die Abwasserkosten zu reduzieren, bereitet die Molkerei ihr Abwasser auf

Kunde: Müller Wiseman Molkerei 

Aus kleinen Anfängen im Jahre 1947 in East Kilbride, Schottland ist ein Großunternehmen geworden. Wiseman, mittlerweile Teil des Müller Konzerns, produziert rund 30% der in Großbritannien konsumierten Milch. Das Flaggschiff, die Bridgwater-Molkerei, verarbeitet 1,25 Million Liter Milch pro Tag. Sie ist eine der fortschrittlichsten Molkereien Großbritanniens und produziert ca. 400m3 Abwasser pro Tag, welches vor Ort behandelt und in den Rhyne abgegeben wird.

Robert Wiseman setzt sich für eine Verringerung der Umweltauswirkungen und insbesondere des Wasserfußabdrucks ein. Das selbst gesetzte Ziel der Reduzierung des Wasserverbrauchs lautete: 25% weniger Verbrauch bis 2015 an allen Standorten der Molkerei.


Wichtige Fakten

  • Robert Wiseman Dairies produziert 400m3 Prozessabwasser pro Tag , die in den Fluss Rhyne eingeleitet werden
  • Durchschnittlich wird für einen Liter Milch 1,3 Liter Wasser aufgewendet
  • Ziel: Verringerung des Wasserfußabdrucks um 25%

Anforderung: Abwasser-Rückgewinnung

Der größten Kostenblock bei der Milchverarbeitung entsteht durch Wasser. Laut “Envirowise” verbraucht eine britische Molkerei durchschnittlich 1,3 Liter Wasser für jeden Liter verarbeiteter Milch. Der Großteil des Wassers wird bei der Dampferzeugung und für Reinigungsprozesse (CIP) benötigt. Das Prozessabwasser der Molkerei wird in einer Druckentspannungs-Flotation (DAF) behandelt, gefolgt von einem Membranbioreaktor (MBR). Es entsteht ein kristallklarer Ablauf, der die Umweltbedingungen zur Einleitung in den Fluss Rhyne mehr als erfüllt und nebenbei erheblich günstiger ist als die Einleitung in die Kanalisation.

Das Abwasser ist jetzt jedoch von so guter Qualität, dass es sich zur Wiederverwendung eignet. Robert Wiseman kontaktierte daher Veolia Water Technologies zur Entwicklung einer geeigneten Lösung.


Lösung: Umkehrosmosesystem recycelt bis zu 200m3 Prozesswasser pro Tag

Versuche mit einer Pilotanlage bestätigten, dass das MBR-Abwasser bereits direkt einem Umkehrosmosesystem zugeführt werden konnte. Veolia Water Technologies installierte daraufhin eine MegaRO zum recyclen von bis zu 200m3 Prozessabwasser pro Tag, das als Ersatz für das vorhandene Leitungswasser bei der CIP-Reinigung zum Einsatz kommt. Mit der erfolgreichen Inbetriebnahme gelang es Veolia Water Technologies erstmals in Großbritannien, eine Umkehrosmoseanlage zum Wasser-Recycling einzusetzen. Die Einsparungen pro Jahr belaufen sich auf über zwanzigtausend Pfund.
 

Umkehrosmosesystem SIRION mega
Umkehrosmosesystem von Veolia Water Technologies

Der Wasser-Recycling-Prozess

Die MegaRO-Umkehrosmose von Veolia Water Technologies verwendet Membranen, die ca. 99% des restlichen CSB, der gelösten Salze und der Bakterien des behandelten Prozessabwasser entfernen. Damit produziert die RO eine Wasserqualität die gleich und sogar besser ist, als das Stadtwasser des Versorgers. Die Niederdruckmembranen und die hocheffizienten Pumpen der MegaRO machen dieses Aufbereitungssystem zu einer der energieeffizientesten Anlagen auf dem Markt.

Ein niedriger Energieverbrauch bedeutet nicht nur eine Reduzierung der CO2-Emissionen, sondern damit einhergehend niedrigere Betriebskosten. Die MegaRO läuft kontinuierlich. Das Permeat wird chloriert und zwischengelagert für die weitere Verwendung in CIP-Prozessen. Die Qualität des Konzentrats ist noch gut genug für die direkte Einleitung in den Fluss Rhyne.

 

Die Vorteile

Die Betriebskosten der MegaRO sind sehr niedrig. Das wiedergewonnene Wasser ist günstiger als Stadtwasser, auch nach Berücksichtigung der Kapitalabschreibung. Die Nettoeinsparung durch die Reduzierung des Trinkwassereinsatzes bedeutete, dass sich die neue Anlage in nur zweieinhalb Jahren amortisierte.

Nachdem die ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile des Recycling von Prozessabwasser erkannt wurden, plante Robert Wiseman Dairies eine kombinierte Abwasserbehandlung mit Recycling auch an anderen Standorten zu installieren, an denen Prozessabwässer direkt in die Kanalisation eingeleitet wurden.
 

  • Das erste Umkehrosmose-Recycling-System der Molkerei gewinnt 200m3/Tag Prozessabwässer zurück und ersetzt damit Stadtwasser für das CIP-System.
  • Die Kapitalrendite wurde in etwa 2,5 Jahren erreicht.

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