Biogaserzeugung bei Molkereien

Wie Molkereien durch Abwasseraufbereitung effizient Energie erzeugen

Die Vermeidung von Ressourcenverschwendungen ist ein ganz wesentlicher Faktor für jedes Unternehmen, sei es, dass weniger Schreibwaren verwendet werden sollen oder gleich die gesamte Produktionslinie optimiert wird. Bei der Milchindustrie liegt der Fokus dabei häufig auf dem Abwasser. Im Allgemeinen erfordert die Herstellung eines Kilogramms Milcherzeugnis zwischen zwei und vier Litern Wasser, kann aber Abwassermengen zwischen einem halben und bis zu 20 Litern verursachen. Bis zu einem gewissen Grad hängt dies von dem Herstellungsprozess des Milcherzeugnisses ab, aber es gibt auch immer noch große Unterschiede bei der Abwasserproduktion zwischen den einzelnen Molkereien, selbst wenn dasselbe Produkt hergestellt wird.

Eines dieser Abfallstoffe für Molkereien ist beispielsweise Sauermolke, ein Nebenprodukt, das bei der Herstellung von Frischkäse und bestimmten Joghurts wie griechischem Joghurt entsteht. Saure Molke, die keinen weiteren kommerziellen Wert hat, wird häufig von landwirtschaftlichen Betrieben entsorgt, indem sie entweder in Viehfutter beigemischt oder als Dünger auf Äcker und Böden ausgebracht wird. Die Verwendung großer Mengen an saurer Molke oder anderer flüssiger Abfälle mit hohem CSB birgt jedoch die Gefahr eines Abflusses in nahegelegene Gewässer. Das kann zu erhöhter Algenblüte führen, die die örtliche Aquakultur gefährdet. Damit steigt mittlerweile der regulatorische Druck, die Verwendung dieser hohen CSB-Abfallströme auf Ackerland zu begrenzen. Viele Molkereien suchen deshalb bereits nach alternativen Lösungen für die Beseitigung solcher Nebenprodukte.

Erschwert wird die Suche nach neuen Lösungen auch durch eine weiterhin steigende Nachfrage nach Milcherzeugnissen. Das führt dazu, dass viele Molkereien inzwischen ihre Produktion anpassen und entsprechend ausweiten. Dadurch geraten bestehende Abwasseraufbereitungsanlagen an ihre Kapazitätsgrenzen. Viele Molkereien müssen mittlerweile in die Nachrüstung investieren um das weitere Wachstum nicht zu gefährden. 

Auch auf der Kundenseite entstehen neue Anforderungen. So sollen Molkereiprodukte heute möglichst nachhaltig und im Einklang mit der Umwelt produziert werden. Diese Kombination von Faktoren verlangt von Unternehmen, neue Technologien zu nutzen, die Abfall und Kosten reduzieren. Darüber hinaus ermöglichen es einige Verfahren sogar, mit dem Abwasser neue Einnahmequellen zu schaffen.

Für Abwasserströme mit hohem CSB-Wert gibt es eine breite Palette von Technologien zur Aufbereitung, von der Druckentspannungsflotation mit gelöster Luft (DAF) bis zu anaeroben Membran-Bioreaktoren (MBR), je nach Anforderung der einzelnen Molkereiprodukte. Die Zusammensetzung des Abfallstroms variiert beispielsweise zwischen der Milch- und Eiscremeproduktion erheblich. Im Allgemeinen ist ein mehrstufiger Prozess erforderlich, um das Abwasser zu konzentrieren, Nährstoffe, Biogas und andere hochwertige Komponenten zu extrahieren und das Abwasser schließlich sicher über die Einleitung in Abwasserkanäle oder lokale Wasserläufe zu entsorgen.

Mittlerweile gibt es am Markt eine Reihe bewährter Technologien, die mit den technischen Herausforderungen der Molkereibetriebe vertraut sind. Erfahrung ist nötig, um bei der Reduzierung von Abwasserkosten und der Produktion neuer Ressourcen wie Biogas das Maximale rauszuholen. Während Wasserkreisläufe natürlich optimiert werden können, gibt es bei der Produktion von Biogas sogar die Möglichkeit der vor-Ort-Verheizung oder der Stromerzeugung. Durch die Einspeisung ins Netz werden somit zusätzliche Einnahmequellen geschaffen. Wir bei Veolia Water Technologies sind auf solche Kreisläufe spezialisiert und können Molkereien helfen, die Abwasserkosten nachhaltig zu reduzieren oder vorhandene Aufbereitungsanlagen zu optimieren.

Dabei kombinieren wir langjährige Erfahrung in der Branche mit einem breiten Spektrum nachhaltiger und moderner Lösungen, die für praktisch jedes Unternehmen geeignet sind. Unser Memthane® Verfahren beispielsweise ist ein anaerobes MBR-System, das in der Lage ist, feststoffreiche Abwässer (8.000 bis 75.000 mg/l CSB) in kristallklare Abwässer umzuwandeln, die wiederverwendet oder direkt in die Kanalisation eingeleitet werden können. Diese kompakte, einfach zu bedienende Lösung eignet sich bestens für die Milchindustrie. Sie bietet eine kombinierte Behandlung von Abwasser und organischen Abfällen, um die Entsorgungskosten zu senken und gleichzeitig wertvolles Biogas zu erzeugen. Der technologieorientierte Ansatz von Veolia kann Molkereien dabei helfen, den Umgang mit Abfällen zu verändern und auf eine grünere, effizientere und nachhaltigere Zukunft hinzuarbeiten und dabei gleichzeitig die Betriebskosten zu senken.

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    Wertschöpfung aus Abwasser in der Milchindustrie

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