Licht am Ende des Rohrs

Eine sichere Lösung für gefährliche Abwässer

Tracer™ Technologie von Veolia

Industrielle Abwässer können vielfach belastet sein mit gefährlichen Stoffen. Einige von ihnen lassen sich nur schwer aus der Umwelt entfernen oder verlangen aufwändige Aufbereitungsschritte, um sie aus dem Trinkwasser wieder zu entfernen. Mit der Tracer™ Technologie (MBBR) von Veolia beheben wir den Eintrag von gefährlichen Stoffen bereits bevor sie in die Umwelt gelangen.

Man findet sie in allen Bereichen des täglichen Lebens - PFAS sind unsere stetigen Begleiter. PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, die Wasser, Schmutz und Fett abweisend sind. Deshalb finden diese mittlerweile mehr als 4.700 unterschiedlichen Stoffe Einsatz in Teflonpfannen, Outdoorjacken oder Lebensmittelverpackungen. So hilfreich sie für uns sind, so gefährlich sind sie in der Umwelt, denn sie galten bis dato als nahezu unzerstörbar und konnten sich in Flora und Fauna bereits anreichern. Das Problem: PFAS können selbst in geringen Mengen extrem gesundheitsschädlich für uns sein. Chemiker:innen der Northwestern University in den USA haben nun eine einfache Methode gefunden, diese Chemikalien zu zersetzen.

Was sind PFAS?

PFAS sind organische Verbindungen, in denen die Wasserstoffatome durch Fluoratome ersetzt werden. Sie sind also vollständig (perfluorierte) oder teilweise (polyfluorierte) organische Verbindungen mit einer funktionellen Säure- oder Alkoholgruppe. Die bekanntesten Verbindungen werden seit den 1950 Jahren eingesetzt, zu denen auch am meisten toxikologische Informationen vorliegen.

Da weder Bakterien sie abbauen, Feuer sie zerstören oder Wasser sie auflösen und sie sich anreichern können, wurden PFAS bereits in den entlegensten Orten der Welt nachgewiesen, wie beispielsweise in der Leber von Eisbären. Das Problem dabei ist die Gefahr, die von PFAS ausgeht. Sie gelten als Auslöser verschiedener Krebsarten, Hormonerkrankungen und Geburtsschäden.

Wie können PFAS beseitigt werden?

Bislang galt die „Überkritische Wasseroxidation“ als innovative Technologie zur PFAS-Zerstörung. Dazu wird PFAS belastetes Wasser bei einem Druck von 220 Bar auf 374 Grad erhitzt. In diesem kritischen Zustand ist das Wasser weder flüssig noch gasförmig. Chemische Prozesse laufen deutlich schneller ab und auch wasserabweisende Stoffe wie PFAS lösen sich. In einem Experiment konnten 99% der PFAS zerstört werden (hier geht es zur Veröffentlichung). Diese Methode ist jedoch extrem energieintensiv und aufwändig und damit in breiter Anwendung sehr wahrscheinlich nicht umsetzbar.

Umso erfreulicher, dass Chemiker:innen der Northwestern University in den USA eine einfache Methode entwickelt haben, die die gefürchteten PFAS in harmlose Verbindungen auflöst. Die Forschenden haben sich bei der Methode auf die Zerstörung des „Kopfes“ der Verbindung konzentriert. Unter milder Hitze (bis 120° C) gab dieser Kopf unter Zugabe des Lösungsmittels Dimethylsulfidoxid in Reaktion mit Natriumhydroxid nach und auch die Kette aus Fluor und Wasserstoff zerfällt anschließend (hier geht es zur Veröffentlichung der Northwestern).

Biofilmreaktor
Bewegtbett-Biofilmreaktor (MBBR) zur biologischen Abwasserreinigung. Das System beseitigt kosteneffizient Schadstoffe dank eines Biofilms, der auf im Abwasser suspendierten Trägern wächst.

Wie kann Veolias Technologie beim Schutz der Umwelt unterstützen?

Veolia Water Technologies ist bekannt für innovative Technologien zur Wasser- und Abwasseraufbereitung und wir haben uns der Ökologischen Transformation verpflichtet. Deshalb setzen wir dort an, wo Stoffe wie PFAS in großen Mengen in die Umwelt gelangen können: nämlich in den Produktionsprozessen verschiedenster Industrien. Dort können gefährliche Stoffe zuverlässig aus dem Wasser gefiltert werden, bevor sie mit der Umwelt in Kontakt geraten. Das Wasser kann dann problemlos wiederverwendet oder in die Umwelt abgelassen werden. PFAS lassen sich beispielsweise mit Hilfe von Aktivkohle und speziellen Harzen aus dem Wasser entfernen.

Für besonders schwierige Herausforderungen beim Abwasser bietet unsere Tochtergesellschaft AnoxKaldnes mit Tracer™, eine spezielle Moving Bed Biofilm Reactor (MBBR) Technologie, beispielsweise zur Beseitigung von Glycolen-, Cynid- und Selen-Bestandteilen. Aber auch Phenol und die in der Papierindustrie und bei industriellen Reinigungsprozessen häufig vorkommende EDTA (Ethylendiamintetraessigsäure) lassen sich damit entfernen. Das so behandelte Abwasser kann zum einen in den Produktionsprozess zurückgeführt oder aber in die Umwelt abgeleitet werden.

Warum ist der wirksame Schutz vor PFAS und anderen Stoffen uns so wichtig?

Wie sensibel ökologische Systeme sind, hat das massenhafte Fischsterben in der Oder 2022 gezeigt. Daher muss der Eintrag gefährlicher Stoffe auch in geringer Konzentration absolut verhindert werden. Ein immer wichtiger werdender Anwendungsfall für Brauchwasser ist außerdem die Landwirtschaft, die mit dem sicheren und zuverlässig aufbereiteten Abwasser, in Zukunft die Felder flächendeckend bewässern könnte. Denn durch den anhaltenden Klimawandel werden Trockenperioden auch in Deutschland immer ausgedehnter. Landwirtschaft ohne künstliche Bewässerung könnte schon bald eine Ausnahme bilden. In Kombination mit einem stetig sinkenden Grundwasserspiegel sinken schließlich die Ernteerträge, weshalb alternative Quellen zur Bewässerung angewandt werden müssen. Umso wichtiger wird sicher aufbereitetes Abwasser - selbst in vergleichsweise feuchten Regionen wie Deutschland. 

Tracer™ ist die geeignete MBBR-Technologie für die Behandlung von besonders belasteten Abwässern und hat sich seit über 20 Jahren bewährt. Die Anwendungsfälle sind vielseitig und reichen von Bergbau über Pharmahersteller bis zur Papierindustrie. Wenn auch bei Ihnen PFAS oder andere gefährliche Stoffe im Produktionsprozess anfallen, könnte diese Technologie ein großer Schritt in Richtung mehr Nachhaltigkeit sein. Ganz nebenbei reduzieren Sie damit das Abwasser, optimieren die Effizienz Ihrer Produktion und schonen finanzielle Ressourcen.

Finden Sie heraus, wie wir Sie in Ihrer Wasseraufbereitung unterstützen können und kontaktieren Sie unverbindlich unsere Experten.


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