Mobiles Arbeiten, Reisen, Nachhaltigkeit - Der neue Anspruch junger Auszubildender

Ob Fridays for Future oder Corona-Lockdown, es ist viel passiert in den vergangenen drei Jahren in denen Franziska Schröder ihre Ausbildung bei Veolia Water Technologies in Altencelle absolviert hat. “Ich wollte nach der Schule auf jeden Fall eine Ausbildung machen, die abwechslungsreich ist und auch etwas mit Themen zu tun hat, die mich interessieren”, blickt Franziska zurück und bilanziert: “Wenn man sich all die Ereignisse so anschaut, die um uns herum passiert sind, muss ich sagen, dass nicht nur meine Ausbildung abwechslungsreich war, auch das Drumherum hatte einiges zu bieten”.

Noch bevor der Brexit beschlossene Sache war, konnte Franziska einen Teil ihrer Ausbildungszeit mit einem Austauschprogramm in England verbringen. “Von Erasmus+ hatte ich zuvor noch gar nichts gehört, aber nachdem es diese Option auch bei uns in der Firma gab, waren eine Mitauszubildende und ich sofort begeistert von der Idee”, berichtet sie. Das Programm richtet sich speziell an Auszubildende und ermöglicht es, ähnlich wie das Pendant der Studierenden (Erasmus), innerhalb der Europäischen Union bei Gastfamilien unterzukommen und vor Ort Arbeitserfahrung zu sammeln.

Die neuen Möglichkeiten neben der traditionellen betrieblichen Ausbildung, gehören mittlerweile zu einem neuen Selbstverständnis junger Menschen. Aber auch in Sachen Nachhaltigkeit haben sich die Interessen deutlich verschoben. “Wir arbeiten bei einem Umweltunternehmen und daher liegt der Fokus bei uns auch immer irgendwie auf Nachhaltigkeit. Die Entwicklungen rund um ‘Fridays for Future’ haben wir als Azubis daher im vergangenen Jahr auch besonders beobachtet”, gesteht Franziska. Auch die Auszubildenden wurden schließlich aktiv und wollten einen Beitrag schaffen im Rahmen ihrer Möglichkeiten und es nicht nur bei Demonstrationen belassen. Als Partner der Aktion der Celleschen Zeitung “Celle blüht auf” konnte eine kleine Wildblumenwiese auf dem Gelände angelegt werden, mit der Imkerei Ende wurden Bienenstöcke auf das Betriebsgelände geholt und der entstandene Honig schließlich an die Mitarbeitenden verkauft - alles organisiert von den Auszubildenden. Der Erlös aus dem Verkauf wurde schließlich an das NABU Gut Sunder in Meißendorf gespendet. Immerhin kamen so 1.000 Euro zusammen - mitten als die Corona-Krise die Einnahmen des Bildungs-Projektes massiv gefährdete.

Apropos Corona-Krise: Mobiles Arbeiten, flexible Arbeitszeiten, auch bei Veolia Water Technologies wurde das gewohnte Arbeitsleben in diesem Jahr ganz schön durcheinander gebracht. Während andere Auszubildende dies von “jungen” und “hippen” Unternehmen aus den Großstädten vor der Krise als Alleinstellungsmerkmal beanspruchten, ist das moderne Arbeiten völlig problemlos bei dem traditionsreichen Wasseraufbereitungsunternehmen aus Altencelle eingeführt worden. Was viele junge Menschen heute als selbstverständlich fordern, hat aber auch seine Tücken: “der Kontakt zu den Mitauszubildenden geht dabei irgendwie doch stark verloren. Sich zu treffen und gemeinsam Zeit zu verbringen, kann man einfach nicht digital ersetzen”, so die Bewertung der jungen Frau.

Fazit: “Ich denke unabhängig vom Unternehmen, in dem man eine Ausbildung macht, kann jeder einen Beitrag leisten und sich engagieren - auch als Azubi. Es muss nicht immer die große Lösung sein. Menschen, Organisationen und auch die Umwelt vor unserer Haustür benötigen unser Engagement. Da können wir alle etwas tun”, fasst die junge Frau zusammen. 

Reisen, mobil arbeiten, Nachhaltigkeit und Engagement - die Anforderungen an einen Ausbildungsplatz haben sich bei jungen Menschen verändert. In wenigen Wochen ist Franziska Schröder mit ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau bei Veolia Water Technologies fertig und blickt trotz der sehr ereignisreichen Zeit in den vergangenen drei Jahren optimistisch nach vorne: “Konkrete Pläne habe ich zwar noch nicht wie es danach weitergeht, aber es wird ganz sicher etwas mit Nachhaltigkeit und weiterhin irgendwie international sein”.

Alina und Franziska in England im Austausch - Den Schritt gewagt und dabei viel erlebt

Interview
Unsere ehemaligen Azubis Alina und Melvin berichten aus ihrer Zeit und geben interessante Tipps für angehende Auszubildende