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Alina und Melvin sprechen im Interview über ihre Zeit als Auszubildende

Ihr beide seid demnächst fertig mit eurer Ausbildung als Industriekaufleute. Viele junge Leute fragen sich im Moment, ob sie eine Ausbildung überhaupt beginnen sollen, oder ob sie besser studieren sollten. Warum hat sich eure Ausbildung für euch gelohnt?

Alina: Auf dem Gymnasium habe ich nicht viel zum Thema Wirtschaft gelernt. Erst jetzt durch die Ausbildung habe ich das Gefühl, betriebliche und wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen und einordnen zu können. Nach dem Abi kein Studium anzufangen war also für mich die richtige Entscheidung. Ich habe mit der Ausbildung jetzt eine gute Grundlage für meine Zukunft geschaffen.

Melvin: Die Ausbildung erleichtert den Berufseinstieg natürlich und ist auch teilweise eine Voraussetzung. Wer dann das echte Arbeitsleben kennengelernt hat, findet im Anschluss vielleicht auch leichter den passenden Studienplatz. Es ist also kein entweder-oder. 

Was nehmt ihr aus der Zeit mit?

Alina: Neben dem Arbeitsalltag bleibt mir auf jeden Fall das Azubi-Camp besonders in Erinnerung. Bei dem Camp kamen deutschlandweit alle Veolia-Azubis, des zweiten Ausbildungsjahres zusammen und haben sich kennengelernt, ausgetauscht. Auf den jährlichen Konzern-Sportfesten konnte man die bekannten Gesichter dann wiedersehen. Da ist Ausbildung dann mehr als nur Arbeit von acht bis sechzehn Uhr, sondern so entstehen tolle Kontakte die bleiben. 

Das Arbeitsleben unterscheidet sich von der Schulzeit. Was habt ihr vor eurer Ausbildung vielleicht überbewertet und was war die größte Überraschung?

Melvin: Vor der Ausbildung dachte ich basierend auf Praktikums-Erfahrungen: Du bekommst deine Aufgabe zugeteilt und musst die dann abarbeiten. Aber das stimmt gar nicht. Jeden Tag kommen neue Aufgaben die einen neu herausfordern, man muss mitdenken und auch eigene Entscheidungen - je nach Abteilung - treffen. Eine Ausbildung ist deutlich vielfältiger als ich das vorher gedacht habe.

Wie wichtig sind eigentlich Schulnoten um erfolgreich eine Ausbildung abzuschließen?

Alina: Die Schulnoten spielen in der gesamten Ausbildung nicht unbedingt die größte Rolle. Zu schlecht dürfen sie natürlich nicht ausfallen. Letztendlich würde aber kein Betrieb jemanden übernehmen wollen, der zwar nur 1en auf dem Zeugnis hat, aber sich im Arbeitsalltag unkollegial verhält. Das betriebliche Verhalten ist sehr sehr wichtig. Am Ende sind auch die Ergebnisse der IHK-Prüfungen vom Stellenwert höher als das Abschlusszeugnis der Berufsschule.

Melvin: Was die Schulzeit vor der Ausbildung vielleicht angeht: Das war natürlich wichtig für die Bewerbung, aber auch das Einstellungsgespräch ist wichtig. Da merkt man sehr schnell ob das Unternehmen zu einem passt. Dafür sollt man möglichst natürlich sein und sich nicht verstecken.

Melvin, du bist als Jugendauszubildendenvertreter (JAV) für Veolia Water Technologies aktiv, Alina, du warst dort Ausbildungsbotschafterin. Was hat euch dieses schon frühe Engagement als Repräsentant_innen eures Unternehmens persönlich gebracht?

Melvin: Als JAV hat man permanent Kontakt zum Betriebsrat und steht den Auszubildenden als deren Vertreter und Berater zur Seite. Bei Problemen hilft man bei der Lösung mit. Dabei habe ich Dinge gelernt wie den konstruktiven Umgang zwischen Abteilungen und Hierarchien. Man lernt auch Kompromisse einzugehen und definitiv Verantwortung zu übernehmen. Das hilft einem später in allen Lebenslagen weiter.

Alina: Als Botschafterin an Schulen über meinen Alltag zu berichten war eine tolle Erfahrung. So wurde der Ausbildungsalltag noch abwechslungsreicher und interessanter. Als Repräsentantin des eigenen Ausbildungsbetriebs unterwegs zu sein, war für mich persönlich eine Chance mich weiterentwickeln konnte. Sowas stärkt das Selbstvertrauen und die Kommunikationsfähigkeit extrem.

Was kann man als junger Mensch in der Ausbildung überhaupt bewegen? Ist man nicht eigentlich “nur Azubi”?

Melvin: Das denkt man am Anfang. Aber sehr schnell hab ich gelernt, auch als junger Mensch bringt jeder etwas mit, dass andere vielleicht nicht haben: Umgang mit neuen Medien, mobile Kommunikation, eine gewisse Flexibilität und Neugierde. Man hat einen anderen Blick auf die selben Sachen, einen anderen Fokus und man kann mithelfen das Unternehmen bzw. seine Prozesse ständig besser zu machen. Da kann jeder vom ersten Tag sich einbringen und sollte sich nicht stumm in die Ecke setzen.

Ihr habt während eurer Ausbildungszeit auch turbulente Zeiten erlebt - Fridays for Future, Corona-Pandemie und Lockdown, neue Arbeitswelten. Was könnt ihr anderen jungen Menschen mit auf den Weg geben, die jetzt vielleicht verunsichert in die Zukunft blicken?

Melvin: Ich glaube man sollte sich da nicht zu viele Gedanken machen, viele Dinge die passieren lassen sich halt nicht planen. Ich denke wichtig ist schon, einen Arbeitgeber zu finden, der auch auf Zukunftsthemen setzt. Umwelt, Nachhaltigkeit, Wasseraufbereitung. Das wird auch in Zukunft wichtig sein. Aber es gibt viele andere Themen auch. Das können sich Interessierte vorher genau anschauen.

Alina: Auch wenn es gerade komplizierte Zeiten zu sein scheinen, kommen auch wieder bessere. Die Arbeitswelt wird sich auf jeden Fall weiter verändern und immer digitaler werden, da sind wir jungen Leute deutlich im Vorteil und werden daher auch gebraucht und gesucht. 

Worauf sollten interessierte Jugendliche achten wenn sie einen Ausbildungsplatz suchen?

Alina: Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz würde ich auf jeden Fall zunächst darauf achten, ob die Arbeitsbedingungen für einen selber passen. So etwas wie Gleitzeit ist nämlich einfach schön und bringt Flexibilität. Außerdem finde ich es wichtig, dass sich der Ausbildungsbetrieb auch mit den Themen Umwelt und Nachhaltigkeit irgendwo befasst, weil das einfach immer mehr an Bedeutung gewinnt und gewinnen muss. Schließlich sind wir die Generation, die in dieser Umwelt dann leben muss.

Melvin: Man sollte vorher sich Gedanken machen welcher Beruf überhaupt zu einem passt. Wer keinen Spaß an einem Job im Büro haben kann, der sollte auch keine Ausbildung zum Industriekaufmann beginnen. So ehrlich sollte man zu sich selber sein. Diese Arbeit müssen sich vor der Ausbildung auf jeden Fall alle machen!

 

Vielen Dank für das Gespräch