Zwischen Leistungssport und Beruf

Yannik Liedtke auf dem Weg zum Ironman

Yannik Liedtke, Veolia Water Technologies Deutschland

Unser Mitarbeiter Yannick Liedtke ist Leistungssportler und zuständig für Vertrieb und Geschäftsentwicklung Aid & Military bei Veolia Water Technologies am Standort in Celle. Die mobilen Anlagen, die von Kunden für Sondereinsätze in schwierigem Gelände exklusiv gebaut werden, erfordern häufige Geschäftsreisen, Außeneinsätze und kurzfristige Termine. In seiner Freizeit ist Yannick seit vielen Jahren als Sportler aktiv. 

Der Triathlon ist eine neue Herausforderung für ihn und besteht aus den vielseitigen und trainingsintensiven Ausdauerdisziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen. Veolia Water Technologies Deutschland unterstützt ihn dabei.

Hier berichtet er regelmäßig von seinen Erfahrungen und Erlebnissen auf seinem Weg zum erklärten Ziel: die Teilnahme am Ironman in Hamburg am 13.08.2017. Wie lassen sich Berufsleben und Leistungssport mit einander vereinbaren? Welche Chancen und Risiken bringt der Leistungssport für die eigene berufliche Karriere? Höhen und Tiefen.

Servus zusammen und willkommen zu meiner Reise zum Ironman Hamburg!

Blog 1

Yannik Liedtke 2017 beim Snowboarden in Österreich
On top of the world! - Oder fast ;) Snowboarden 2017 im Zillertal, Österreich.

Mein Name ist Yannick Liedtke, 27 Jahre alt, 2 jüngere Brüder und geborener Celler. Ich würde mich selber als Bewegungsfanatiker, Teamplayer und überaus zielstrebig beschreiben. Generell betreibe ich Sport schon seit frühster Jugend, das auch über alle erdenklichen Ballsportarten hinweg. Wirklich hängen geblieben bin ich aber von Anfang an beim Tennis, Beachvolleyball und, seit 2 Jahren, auch irgendwie beim Laufen. Hätte mir damals jemand vorgeschlagen, einfach nur laufen zu gehen oder gar an einem Ausdauer-Wettkampf teilzunehmen, da hätte ich wohl nur ein müdes Lächeln über die Lippen bekommen und mich einer anderen Beschäftigung gewidmet. Doch mittlerweile bin ich beim Ausdauersport endgültig angekommen.

Seit meinem 17. Geburtstag arbeite ich bei Veolia Water Technologies GmbH. Ganz genau! Inklusive meiner Ausbildung habe ich mehr als ein Drittel meines Lebens zusammen mit dieser Firma verbracht. Wenn das mal kein Statement ist! Wenn ich mich mit einigen Trainees oder VIE’s (ich übersetze es immer gerne als „very important employees“ aber genauer gesagt ist es für Kollegen und Kolleginnen aus dem Ausland, die das „Pangeo Programm“ durchlaufen) beim Lunch unterhalte und ich sie über meine „Veolia Zeit“ aufkläre, versetzt das die meisten zunächst in ein Staunen. „10 Jahre die gleiche Firma?!“ Ich denke, die meisten zieht es in den 20igern, während bzw. nach dem Studium in die Welt hinaus, die Welt sehen, viele Erfahrungen sammeln. Ging mir am Anfang genauso! Aber ich habe mich entschieden, einen Mittelweg zu gehen. Natürlich liebe ich es zu reisen! Auf der anderen Seite gefiel und gefällt mir immer noch die Arbeit und das geniale Betriebsklima bei Veolia sehr. Ich kann mich damit absolut identifizieren. Das ist der Grund warum ich versuchte, alles unter einen Hut zu bekommen und nicht Vollzeit zu studieren oder gar ein Sabbatical einzulegen.

Seitdem ich bei Veolia Vollzeit arbeite, habe ich eine Fortbildung nach der anderen gemacht, was zuletzt in meinem Studium zum Wirtschaftsingenieur gipfelte. Ohne übertreiben zu wollen, darf ich sagen, dass das zwischenzeitlich echt hart war. Die Auslandsreisen (teilweise wochenlang) haben sich natürlich nie nach meiner Planung für das Studium oder gar Prüfungen gerichtet. Meistens hat sich beides überschnitten. Mir war von Anfang klar, dass meine Prioritäten zunächst die Arbeit und dann das Studium darstellen mussten. Das resultierte in einigen Fehlstunden in der Uni und sehr, wirklich sehr späten Abenden, um das Verpasste wieder aufzuholen. Sport konnte ich meistens auf meinen Auslandsreisen kompensieren, ich hatte ja schließlich immer meine Laufklamotten dabei und mein Umfeld war meistens „sicher“, ich war also selten in Krisengebieten unterwegs. Diese Zeit hat mich allerdings auch sehr mit der Firma verbunden. Veolia und meine unterschiedlichen Vorgesetzten haben meine Fortbildung und das Studium immer unterstützt, teilweise sogar ermöglicht, und ich weiß, dass das keine Selbstverständlichkeit darstellt.

Derzeit arbeite ich in der Abteilung Aid & Military Water Solutions als Sales & Business Development Specialist und ich kann berichten, das es eines der vielseitigsten Geschäfts- und Tätigkeitsfelder ist, die man sich vorstellen kann. 

Als kleine Einführung: Stellt Euch mal vor, die UN oder Bundeswehr baut irgendwo in Afrika aus dem Nichts ein Camp für 1000 Personen + X auf, das Ganze natürlich innerhalb weniger Wochen. Was benötigt man als Erstes, wenn nichts vorhanden ist? Richtig! Wasser. Und da kommen auch schon wir ins Spiel. Was die Firma wirklich gut kann und wo wir meines Erachtens auch weit vor dem Wettbewerb liegen, ist Wasseraufbereitungsanlagen aufgrund von Rohwasseranalysen auszulegen. Die Anlagen in unserem Geschäftsfeld zeichnen sich durch ihre Robustheit und sichere Verfahrensweise aus. Wir sagen gerne, die Systeme sind „soldier save“, das bedeutet die Sicherheit des aufbereiteten Wassers wird durch den Prozess gewährleistet. Auf der anderen Seite pflegen wir schon über viele Jahre gute Beziehung zu Hilfsorganisationen. Wenn beispielsweise in Deutschland die Trinkwasserversorgung zusammenbricht und Trinkwasser für die Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden muss – denken wir an die Flutkatastrophe aus dem Frühjahr 2016 – dann kommt das THW zum Einsatz. Und ratet mal, von wem die Trinkwasseraufbereitungsanlagen kommen? ;) Wir arbeiten auch schon lange mit den Rotkreuz-Organisationen zusammen und ich versuche nach Möglichkeit, immer an deren Trainings an Wasseraufbereitungsanlagen teilzunehmen (auch an Wochenenden). Man erhält bei solchen Veranstaltung einfach ein authentisches Feedback über die Performance von unseren Anlagen im Ausland und wo wir noch besser werden können! Die Kreativität der Helfer von den internationalen Rotkreuz-Organisation, finde ich dabei am beeindrucktendsten. 

Ja und dann… dann ist da noch mein neues Ziel, mein sportlicher Mount Everest. Die Langdistanz beim Triathlon – 3,8 km Schwimmen, 180,2 km Fahrradfahren, 42,2 km Laufen – der Ironman am 13.08.2017 in Hamburg. 

Wie schon erwähnt, ich war früher nie der große Ausdauersportler. Ich meine, ich brauchte immer einen Ball vor mir, dem ich hinterherjagen konnte. Nun hat es sich aber ergeben, dass wir von der Firma aus im Januar/ Februar 2016 das Training für den Wasalauf in Celle begonnen haben. 

Zur Vorbereitung hat sich in der Firma eine Laufgruppe gebildet, die immer in der Mittagspause eine gut 7,5 km lange Strecke absolviert hat. Na ja, und daran habe ich das erste Mal teilgenommen, dann das zweite Mal und auf einmal war das Laufen ein fester Bestandteil in meiner Arbeitswoche. Auch nach dem Wasalauf habe ich mit dem „eisernen Bestand“ der Laufgruppe weitergemacht und überlegt, was ich mir als nächstes Ziel setzen kann. Die Konsequenz daraus war dann zunächst ein Halbmarathon, dann ein Marathon und dann habe ich überlegt was jetzt darauf folgen könnte. Und dann war da der Kumpel, der in Maastricht 2016 den Ironman absolviert hat und ich wusste nun, was ich als nächstes tun wollte. 

Rückblickend muss ich sagen, dass mir diese Entscheidung, den Ironman anzugehen, nicht schwer viel. Ich wusste, dass ich mich darauf vorbereiten musste, gar neue Sportarten erst für mich entdecken musste, und das war gar nicht so einfach. Ja, ich könnte es fast als Drama oder eher einzige Nahtoderfahrung beschreiben, nach meinen ersten Versuchen, die 25 m Bahn im Kraul-Stil im Celler Hallenbad zu schwimmen. Später hatte ich auch mein erstes Meeting beim Laufen. Aber dazu kommen wir noch in den nächsten Wochen step-by-step!

Mit bestem Gruß aus Celle

Yannick

Aller Anfang ist schwer – Mit Struktur und Willen zum Trainingsplan

Blog 2

Yannik Liedtke 2017 beim Schwimmtraining in der Aller
Schwimmen wie ein Fisch - hier bei 3°C Außentemperatur in der Aller

Willkommen zurück! Nach meinem ersten Beitrag und dem Überblick zu meiner Person möchte ich Euch nun von meinem Trainingsbeginn berichten.

Voller Elan und maximaler Motivation habe ich angefangen meinen Trainingsplan zu erstellen. Natürlich musste ich mich erst einmal mit den Rahmenbedingungen beschäftigen und mein Umfeld darüber in Kenntnis setzen. Rahmenbedingungen: Es war November, bitter kalt, spät hell, früh dunkel, ich hatte noch kein Zeitfahrrad, ich war kein toller Schwimmer (mittlerweile meine beste Disziplin) und ob ich einen Marathon Laufen kann wusste ich auch nicht. Ebenfalls galt es meine Freunde, Familie, Kollegen und meinen Chef über das neue Ziel in der Freizeit zu informieren. Die Reaktionen waren überaus vielseitig, teilweise ermutigend, teilweise herausfordernd. Kleines Beispiel aus der Familie: „Yannick, Du musst es immer übertreiben, Du hast noch gar keine Erfahrungen in Sachen Triathlon und jetzt gleich so etwas?!“

Ja, an sich ist die Logik nachvollziehbar, vielleicht pflichten da auch beim Lesen einige bei, es ist häufig sinnvoller zunächst eine mittlere Distanz herauszusuchen oder zunächst einen Marathon und sich dann zu steigern… Whatever! Ich bin chronischer Herausforderer und eher der Visionär, der sich gerne selbst an seine Grenzen bringt, also her mit dem Maximum an Herausforderungen! Das motiviert mich nur umso mehr (außerdem hatte ich zu dem Zeitpunkt schon 547 € Startgeld + 150 € Nirvana Entry für die Unterbringung in Hamburg bezahlt- Spornt ebenfalls an :D) !
Also erster Schritt das Oberziel – Zielankunft Ironman 2017 – in Teilziele aufteilen.

Teilziel I Schwimmtechnik: Kraulen lernen

Teilziel II Ausdauer: Durch Laufen

Teilziel III Radfahren: vor allen Dingen Rad beschaffen!

Mein erstes Teilziel war es also, mir eine ordentliche Schwimmtechnik anzueignen. Vor dieser Disziplin hatte ich den größten Respekt, da ich wenig Erfahrung darin hatte. Bis dato war ich immer der entspannte Freibadtyp, der sich eher in die Sonne legt, Beachvolleyball spielt und zum Abkühlen ins Wasser springt. Hallenbad eigentlich nie. Wie ihr seht, hilft mir meine bisherige Historie in Sachen „Schwimmtechnik“ noch nicht ganz viel weiter, mein erstes Teilziel zu erreichen. Mein Plan sah also so aus, erst einmal einen theoretischen Grundstein für die neue Sportart zu legen. Wie geht das im 21. Jahrhundert am einfachsten? Genau, das Internet und viel, viel Youtube. Tatsächlich, so habe ich angefangen! Ich habe mir viele Erfahrungsberichte und Erklärung für den „richtigen Einstieg“ durchgelesen und massenhaft Youtube Videos angeschaut und ich sage euch, es sah so unendlich einfach aus. 
Nach ein paar Tagen der Vorbereitung war ich dann soweit, dass ich in die Praxis wechseln wollte, also habe ich mir als nächstes meine Wochenplanung und die Öffnungszeiten im Hallenbad angeschaut.

Dienstags – Freitags öffnet das Freibad bereits um 06:00 Uhr… Mein Gedanke: Genial! Ich kann 4 mal in der Woche vor der Arbeit schwimmen gehen, ohne dass das Einfluss auf meine sonstige Wochenplanung hat. Ich muss halt nur etwas früher aufstehen! An sich war ich schon immer Frühaufsteher, aber als 05:00 Uhr der Wecker das erste Mal geklingelt hat, war es schon hart. Üblich war sonst zwischen 06:30 – 07:00 Uhr und Sport (meist Tennis oder Fitness) nach dem Feierabend 18:00 – 20:00 Uhr. Glücklicherweise haben wir bei Veolia Gleitzeit und wenn das mit den Aufgaben zu vereinbaren ist, haben wir dadurch eine geniale Flexibilität. Sehr zufrieden habe ich mir direkt für den nächsten Morgen das Hallenbad vorgenommen. Schnell noch eine Schwimmbrille besorgt, die passende Badehose dazu (sorgt auch heute noch im Freundeskreis für Lacher) und dann ging es schon ins Becken. Ich habe mir extra einen Trainingsplan mit Technikübungen mitgenommen. Ich wiederhole: Schwimmen sah bis dato echt easy aus.

Kick- off im Schwimmbad: Neben mir waren einige ältere Damen und Herren, aber auch einige mittleren Alters die schon eine sehr gute Figur beim Kraulen gemacht haben. Also erst einmal entspannt gemäß Trainingsplan die 100 Meter (4 x 25 m Bahn) Kraulschwimmen zum Warmmachen, los geht’s! Nach ungefähr 15m musste ich abbrechen, da ich so viel Wasser bei der seitlichen Atmung verschluckt hatte, dass ich keuchend am Beckenrand hing. Ich erinnere mich, dass auch der Bademeister leicht besorgt geschaut hatte, er befürchtete womöglich, schon vor 7 Uhr das erste Mal aktiv eingreifen zu müssen. 

Nach 30 Sekunden verschnaufen, nächster Anlauf: Langsamer, Kopf weiter aus dem Wasser und atmen. An diesem Tag war ich irgendwann soweit eine 25 m Bahn zu schwimmen, allerdings total KO und total aus der Puste. Zusammenfassend für den ersten Tag kann ich festhalten: das war ein Totalreinfall. 3,8km am Stück? Schwer vorstellbar. Ich musste schnell besser werden. Also folgte die Ursachenanalyse woran es gelegen haben könnte und plante für den Abend: weiteres Studium von YouTube Videos. Als ich nach dem ersten Schwimmtraining meinem Kollegen über meine Erfahrungen/ Erkenntnisse berichtete, gab es für ihn viel zu lachen, am besten hat ihm wohl der Part mit der Schwimmbadehose (okay ich sag es: Speedo) gefallen. 

Die ersten Tage gab es erst einmal einen gehörigen Muskelkater im Latissimus und mein Kaffeekonsum stieg gehörig an. Letzteres lässt sich meines Erachtens auf den anhaltenden Chlorgeruch zurückzuführen, den ich nach dem Duschen noch immer in der Nase vernahm. Chlor führte bei mir schon immer zu einer Trägheit, die sich nur mit Kaffee kompensieren ließ. Aber aufgeben? Keine Chance!

Zwischen Beruf und Training – Erste Herausforderungen

Blog 3

Eine BERKEFELD M4 light-Anlage beim Einsatz in Pakistan
Eine BERKEFELD M4 light Trinkwasseraufbereitungs-Anlage beim Einsatz in Pakistan

Teilziel II: Ausdauer steigern

Mich hatte der Ehrgeiz also gepackt, die Schwimmtechnik zu erlernen und ich wurde von Mal zu Mal besser. Zu dem Zeitpunkt hatte ich von der Arbeit aber sehr viel mit Bundeswehrinstandsetzung zu tun und ich hatte überlegt, bei einem unserer Standardprodukte BERKEFELD® M4 light" (früher TWA 4 light genannt) ein neues Filtermaterial zu testen. Von der BERKEFELD M4 light möchte ich gerne erzählen. 

BERKEFELD® M4 light"-Anlagen bestehen hauptsächlich aus einem Sand- und Aktivkohlefilter und werden häufig von Hilfsorganisationen/ UN für die „Disaster Response“ eingesetzt. Es geht darum nach einer Katastrophe schnell und viel sicheres Trinkwasser zu produzieren, um die Bevölkerung zu versorgen. Ich persönlich finde das Produkt spitze. Es ist einfach und hat nicht diesen hohen Automatisierungsgrad, wie es heute viele Wasseraufbereitungsanlagen vorweisen. Klar, man braucht bei diesen Systemen wenig Manpower, die Anlage macht das meiste ja von allein und Schulungen sind schneller durchführbar, aber genau hier liegt auch die „Krux“. Im Auslandseinsatz müssen die Anlagen funktionieren und laufen. Gerade weil Katastrophen häufig die Länder treffen, die keine ausreichende Katastrophenkontermittel vorweisen können. Wenn etwas einmal nicht wie geplant funktioniert, müssen die Helfer, die die Anlage betreiben in der Lage sein, die Anlage mit vorhanden Mitteln zu reparieren. Hier bildet sich der Vorteil der BERKEFELD M4 lights meines Erachtens am stärksten heraus. Die Anlage wird komplett manuell und mit Dieselpumpen betrieben und die Helfer müssen verstanden haben, wie das System funktioniert um es zu betreiben. Wenn etwas kaputtgeht, kann man sich vergleichsweise einfach selbst behelfen. Ein Grundverständnis ist ja bereits geschaffen. Das ist mit automatisierten Anlagen häufig nicht der Fall. Da müssen dann Techniker kommen um die Anlagen wieder nutzbar zu machen. Hilfsorganisationen haben leider weder die Logistik, noch die Mittel wie es häufig z.B. Militärs innehaben. 

An der BERKEFELD® M4 light wollte ich gerne den Transport weiter optimieren, deswegen planen wir im August 2017 eine Testreihe zu beginnen, um ein neues Filtermedium zu testen. Sand ist schwer und die Anlagen müssen häufig vor Ort die letzten 100m auch per Hand getragen werden. Mit dem neuen Filtermedium könnte man das Gewicht vom Sandfilter um 72% reduzieren. Das wäre gigantisch aber harte Entwicklungsarbeit die viel Zeit kostet.

In den Mittagspausen ging es zu der Zeit dann immer wieder raus, bei eisigen Temperaturen laufen. Die Kollegen aus der Laufgruppe und ich haben unsere Standardstrecke in Altencelle in Angriff genommen. Mittlerweile war ich von meiner Wochenplanung her soweit, dass ich mindestens 3 Mal in der Woche 7,5 -10 km in der Mittagspause Laufen war. Und für alle die darüber auch nachdenken, Duschen sind bei uns jedenfalls vorhanden. Das ist schon mal eine Voraussetzung um das Training so umzusetzen. 

Mitte November hat mich dann der Vater meiner besten Freundin dazu überredet, an einem Hindernislauf teilzunehmen. Einer aus deren Gruppe war kurzfristig ausgefallen. Das erschien mir eine gute Gelegenheit für einen Testlauf meiner Ausdauer. Bei dem Hindernislauf handelte es sich um das „Getting Tough Race“ am 03.12.2016 in Rudolstadt. Kurz zur Erläuterung: 24 km, 140 Hindernisse. Ich war eigentlich gar nicht im Training für so etwas und ich hatte außerdem Angst vor kaltem Wasser und anschließendem Laufen - ich weiß was ihr denkt: Warmduscher! Trotzdem, es war eine Herausforderung die mich irgendwie reizte und somit ging ich mit dem Team „Ratzeputz“ aus Celle an den Start.

Ich muss zugeben, das war eine der härtesten Erfahrung die ich bisher gemacht hatte. 200m nach dem Start ging es direkt ins Wasser baden (-3°C Außentemperatur), dann nass über die 20 km lange Laufstrecke, bei der 1000 Höhenmeter und einzelne Hindernisse überwunden werden mussten. Die letzten 4km beinhalteten nochmal 100 Hindernisse. Das THW war auch da und hat seiner Kreativität in Sachen Hindernisse und Wasser freien Lauf gelassen - Im Anschluss an das Rennen hatten wir natürlich noch ein sehr ausführliches Gespräch über die Qualität des eingesetzten Wassers. Kälte, Feuchtigkeit, Laufen, Klettern....Am Ende hatte ich fiese Krämpfe in den Waden, aber das Team „Ratzeputz“ hat es gemeinsam vollständig und stolz ins Ziel geschafft. Es war wirklich hart, aber genau die richtige Erfahrung zur richtigen Zeit um den inneren Schweinehund zu fordern. 

Bei dem Lauf habe ich viel an den Ironman gedacht und mir überlegt wie die Belastung im Vergleich dazu ausfallen könnte und was ich bei meinem Training vielleicht zusätzlich berücksichtigen sollte…Definitiv Stabilitätsübungen! Das wurde mir bei den Reifen- und Gleichgewichtshindernissen immer wieder bewusst. Es geht also nichts über frühe Testläufe! Auch für die M4 light.

Danke noch einmal an die Truppe die mich durch das Rennen gezogen hat. 

Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt

Blog 4

Triathlonrad
Yannick auf seinem Triathlonrad im Wettkampf

Teilziel III. Fahrrad beschaffen:

Nach dem erfolgreich absolvierten „Getting – Tough“ Lauf habe ich mich mit dem Thema „Rennrad oder Zeitfahrrad?“ auseinandergesetzt und musste erst einmal nachvollziehen wo dabei eigentlich der Unterschied zwischen den beiden Varianten liegt. Ich bin mir sicher, Euch allen ist das natürlich durchaus bewusst, aber für jene die sich noch nicht ganz sicher sind bei dem Thema, hier die beiden hauptsächlichen Unterscheidungsmerkmale:

1.) Die Geometrie: Das Triathlonrad (oder auch Zeitfahrrad) hat einen etwas steileren Sitzwinkel. Heißt: Das Oberrohr (oder auch „die Stange“) ist kürzer, das Sitzrohr (an dessen Ende der Sattel steckt) ist steiler. Bei Rennrädern beträgt der Winkel von Sitzrohr zur Fahrbahn meist 73 Grad. Durch den steileren Winkel beim Triathlonrad (bis zu 90°), hat der Fahrer mehr Gewicht auf dem Lenker (Verhältnis 70 % Lenker, 30 % Gesäß). 

2.) Der Aerolenker: Statt des gebogenen Rennradlenkers hat ein Triathlonrad einen Liegeaufsatz (Aerobar) und einen Hornlenker um den höheren Druck auf die Arme zu entlasten. 

Das bringt einige Vorteile beim Triathlon mit sich: Mehr Entlastung für die Beine (die müssen ja im Anschluss noch laufen können) und höhere Aerodynamik spart Energie. Mit Bergen und steilen Kurven hat man ja beim Triathlon selten zu tun, da wäre das Rennrad im Vorteil. Ein Triathlonrad ist grundsätzlich schon seine Investition wert. Allerdings braucht man dafür auch etwas Erfahrung mit der Fahrweise.

Also schaute ich mir unterschiedliche gebrauchte Rennräder und Zeitfahrräder im Internet und bei Bekannten an, um festzustellen, welche Variante die Richtige für mich ist. 

Ich muss leider zusammenfassen, dass je mehr Wissen ich mir damals aneignete, desto unsicherer wurde ich mir mit meiner Entscheidung. Die Rad- Distanz ist mit 180,2 km und kalkulierten/ angestrebten 6 Stunden Wettkampf auf dem Fahrrad, die längste der 3 Disziplinen. Die richtige Materialauswahl und optimale Ergonomie sind dabei von entscheidender Bedeutung. Vor diesem Hintergrund habe ich mir viel Zeit gelassen und mich auch umfassend beraten lassen (Es war ja Winter und trainieren konnte ich für diese Disziplin eh noch nicht). Nach längeren Diskussionen mit einem Bekannten, der den Ironman in Maastricht 2016 absolviert hat, fiel meine Entscheidung schließlich auf ein Zeitfahrrad. 

Eine gehörige Investition stand also im Raum und musste mit Bedacht eingesetzt werden. Kalkuliert hatte ich damals mit 1.500 – 2.000 €. In dieser Preiskategorie habe ich einige gute gebrauchte Fahrräder im Internet gefunden, aber nicht in direkter Umgebung mit meiner notwendigen Rahmengröße (Körpergröße: 193 cm). Ja und dann kam mir die zündende Idee: Dienstleasingfahrräder?! Gibt es da nicht vielleicht sogar Zeitfahrräder?! Kurz überlegt und gleich den Internetbrowser geöffnet! Und tatsächlich bin ich auf unserer Leasing-Website von Veolia auf Zeitfahrräder zur freien Konfiguration gestoßen! Das Programm bietet nagelneue Fahrräder von Top-Herstellern zu Vorzugspreisen und erschwinglichen Konditionen. 

Das Leasing- Angebot von Veolia hat optimal in meine Planung gepasst. Ich konnte ein neues Zeitfahrrad vom Vertragshändler, individuell auf mich angepasst, beziehen und kann dieses über 36 Monate über die monatliche Gehaltsumwandlung abzahlen. Darin inbegriffen ist sogar der Premiumschutz (Diebstahl, Verschleiß etc.), so dass sich bei der Variante noch echt Geld sparen ließ! Wenn der Arbeitgeber also sowas anbietet, muss man die Chance nutzen! Gesagt- getan! 2 Wochen nach meinem Besuch bei dem Vertragshändler hatte ich mein Fahrrad und bereits mein erstes Bike-Fitting kurz vor Weihnachten. Geniales (Vor-) Weihnachtsgeschenk an mich selbst. Von meinen Eltern habe ich mir dann noch einen Rollen-Trainer zum Einspannen von dem Fahrrad gewünscht, so dass ich mir am 2. Weihnachtstag die erste Stunde auf dem Rollen-Trainer zuhause gegönnt habe. 

Kurz vor Silvester dann das unschöne Erwachen, ich hatte die ersten Knieschmerzen. Der Vertragshändler war in Sachen „Zeitfahrrädern und Fitting“ wohl leider doch nicht so „sachkundig“. Also ging es mit meinem neuen Fahrrad zum Beginn des neuen Jahres 2017 zu einem Spezialisten nach Hannover. In dem Laden habe ich dann eine „Body Geometrie Fit“ Vermessung unternommen (ich weiß! Wie? Bitte was?!). Bei dieser „Dynamischen Vermessung“ geht es darum die Beweglichkeit des Fahrers zu testen, anschließend den Körper zu vermessen und das Fahrrad dementsprechend anzupassen. Mit den neuen Einstellungen wird dann die Haltung über eine 3D Analyse mit einem Laser und Sensoren an den Gelenken beim Fahren auf einem Rollentrainer geprüft… Eine Wissenschaft für sich, aber eine die sich lohnt! 

Die Damen und Herren von „Laufrad Hannover“ haben einen legendären Eindruck bei mir hinterlassen und ich werde für neue, notwendige Schuhe/ Anbauten fürs Fahrrad, etc. auf jeden Fall wieder dahin. Man muss bei einem Besuch in solchen Spezialgeschäften echt aufpassen, dass man den Laden nicht direkt mit einem neuen Fahrrad verlässt! Zum Abschluss war festzuhalten, dass ich das Teilziel Fahrrad nunmehr erreicht habe! Das komplette Triathlon-Training konnte endlich beginnen.

Teilen