Gemeinde Hirschaid: Uranentfernung aus dem Trinkwasser

In der Gemeinde Hirschaid sorgt eine Uranex®-Anlage für die effektive Entfernung von Uranspuren aus dem Trinkwasser. Die sonstige Zusammensetzung des Wassers bleibt dabei völlig unverändert.

Kunde

Hirschaid ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Bamberg mit rund 12.000 Einwohnern. Da Trinkwasser der Gemeinde stammt aus Quellen am Kälberberg sowie aus Brunnen bei Seigendorf. 

Anforderung

Im Rohwasser der Marktgemeinde Hirschaid bei Bamberg liegen die Urangehalte geologisch bedingt deutlich über dem vom Umweltbundesamt (UBA) vorgeschlagenen Leitwert von 10 μg/l. Die Gefährlichkeit der Uranspuren beruht in der Regel nicht auf den radioaktiven Eigenschaften, sondern auf einer Primärtoxizität, die zu Nierenschädigungen führt.

Deshalb entschied sich die Gemeinde nach ausführlichen Diskussionen, zu denen die Meinungen von Experten eingeholt wurden, für die Installation einer Anlage zur Entfernung der Uranspuren aus dem Trinkwasser.

Lösung

Uranex-Anlage zur Uranentfernung aus Trinkwasser - Veolia
Die Uranex®-Anlage entfernt Uranspuren aus dem Trinkwasser

Uranspezies können aus dem Wasser entweder mit Hilfe von Membranverfahren wie der Umkehrosmose und der Nanofiltration oder aber mit Hilfe von Ionenaustauschern entfernt werden. Dabei sind die Membranverfahren zur Entfernung von Spurenverunreinigungen generell weniger geeignet, da sie eine mehr oder weniger weitgehende Entsalzung eines Teilstroms bewirken, was meistens unvorteilhaft ist. Eher geeignet ist daher der Einsatz von Ionenaustauschern, die eine weitgehend selektive Elimination von Uranspezies ermöglichen.

Kernstück der Lösung ist die Uranex®-Adsorptionsstufe mit dem uranselektiven Material, das in einen gummierten Stahlbehälter eingefüllt ist und im Abstrom mit einem Durchsatz von üblicherweise 32,4 bis maximal 57,6 m3/h (entsprechend 9 bis 16 l/s) betrieben wird.

Die Anlage wurde im Oktober 2007 montiert. Die Inbetriebnahme im November umfasste die Schritte Spülung, Desinfektion und Probebetrieb. Im Probebetrieb wurden sowohl mikrobiologische als auch die Uranwerte bestimmt.

Alle mikrobiologischen Proben waren einwandfrei, die Uranwerte lagen im Rohwasser bei 37 μg/l, im Reinwasser bei <1 μg/l. Daraufhin startete Anfang Dezember 2007 der Netzbetrieb zur Versorgung der Hirschaider Bevölkerung mit einwandfreiem Trinkwasser.

Vorteile

Das das hochselektive Uranex®-Verfahren entfernt Uran aus dem Trinkwasser, lässt ansonsten jedoch die Zusammensetzung des Wassers unverändert.

Uranex® bietet vergleichsweise niedrige Investitionskosten. Die Betriebskosten ergeben sich überwiegend aus dem Harzaustausch sowie dessen Entsorgung.

Die Standzeit des Uranex®-Ionenaustauschermaterials bis zum Austausch liegt je nach Durchsatz bei mehr als eineinhalb Jahren. Nach dieser Zeit tauscht Veolia Water Technologies das Material aus, entsorgt es ordnungsgemäß und füllt neues Material ein. Dann erfolgt wieder die komplette Inbetriebnahme wie beim Start der Anlage. Der zertifizierte Entsorgungsweg gewährleistet Sicherheit im Umgang mit den Reststoffen. 

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