Wasserwerk Roetgen: Trinkwasseraufbereitung mit Ultrafiltration

Das Wasserwerk Roetgen nutzt moderne Ultrafiltrations-Anlagen für die Aufbereitung von bis zu 6.000 m³ Trinkwasser pro Stunde und zur Reduzierung des Spülwasserbedarfs auf < 1%.

Kunde

Trinkwasserwerk Roetgen

Das Wasserwerk Roetgen, betrieben von der WAG Wassergewinnungs- und -aufbereitungsgesellschaft Nordeifel mbH (WAG), versorgt die Region Aachen täglich mit rund 70.000 bis 110.000 m³ Trinkwasser. Der Rückhalt von Schweb- und Trübstoffen, Parasiten sowie die Entfernung von Eisen und Mangan aus dem aus Talsperren der nördlichen Eifel stammenden Rohwasser ist hier wesentliches Ziel der Aufbereitung.

Anforderung

Die bestehende Trinkwasseraufbereitung aus zwei offenen Filterstufen und einer Ultrafiltrationsanlage sollte um eine druckgetriebene Ultrafiltrationsanlage (UF) für max. 6.000 m³/h erweitert werden. Diese Erweiterung sollte die Aufbereitung von einwandfreiem Trinkwasser auch bei extrem ungünstigen Rohwasserverhältnissen ermöglichen.

Eine neue Spülabwasseraufbereitung für max. 630 m³/h sollte die Spülabwässer aus der Trinkwasser-UF und aus den beiden offenen Filterstufen so aufbereiten, dass das Filtrat in das Rohwasser der Trinkwasseraufbereitung zurückgeführt werden kann.

Lösung

Veolia Ultrafiltration zur Trinkwasseraufbereitung in der TWA Roetgen
Ultrafiltrations-Anlage zur im Wasserwerk Roetgen

Trinkwasseraufbereitung mit Ultrafiltration

Die Trinkwasseraufbereitung wurden um eine Ultrafiltrations-Membranstufe für Aufbereitungsmegen von 1800 m³/h bis 6000 m³/h ergänzt. Die neue Anlage wurde vor der bestehenden 1. Filterstufe in den Prozess eingebunden. 

Das Verfahren besteht aus folgenden Schritten:

  • Vorfiltration
  • Flockung
  • Ultrafiltration
  • Aufhärtung durch Filtration über Calciumkarbonat
  • Desinfektion
  • Reinwasserspeicherung

Sämtliche Anlagenteile sind redundant ausgeführt. So lässt sich die gesamte, aus 12 Blöcken bestehende Anlage in zwei Hälften á 6 Blöcken betreiben. Die Anlage wird im Wesentlichen automatisch betrieben. Alle betriebsnotwendigen Daten werden automatisch erfasst und in die vorhandene Leitwarte der Trinkwasseraufbereitung Roetgen übertragen.

Ultrafiltration zu Spülwasseraufbereitung im Wasserwerk Roetgen - Veolia
Druckgetriebene Ultrafiltration zu Spülwasseraufbereitung

Spülabwasserbehandlungsanlage (SWA)

Die vorhandene Spülwasserbehandlungsanlage mit einer Kapazität von 600 m³/h wurde ebenfalls um eine Ultrafiltrationsmembrananlage erweitert. 

  • Spülabwasserspeicherung (Puffer)
  • Vorfiltration
  • Ultrafiltration des chemikalienfreien Spülabwassers
  • Neutralisation des chemikalienhaltigen Spülabwassers
  • Sedimentation des Spülabwassers der SWA

Die Ultrafiltrationsanlage ist in Druckmembrantechnik ausgeführt. Die Membrananlage ist in 3 Racks mit jeweils 78 Modulen unterteilt. Die verbaute Membranfläche beträgt 7.000 m².

Ziel der Erweiterung der Spülwasserbehandlungsanlage um eine Ultrafiltrationsanlage ist die Rückführung des gereinigten Spülwassers in den Rohwasserzulauf zur Trinkwasseraufbereitungsanlage. Durch diesen zweistufigen Membraneinsatz lassen sich insgesamt mehr als 99 % des Rohwassers zu Trinkwasser aufbereiten.

Vorteile

Ultrafiltration gegen Keime im Trinkwasser - Veolia
Ultrafiltrationsmembranen gegen Keime im Trinkwasser

Die Erweiterung der Trinkwasseraufbereitung ermöglicht auch bei extrem ungünstigen Rohwasserverhältnissen jederzeit die Aufbereitung von einwandfreiem Trinkwasser. Die Technologie garantiert die Entfernung aller Schwebstoffe, Kolloide, Polysaccharide und Proteine sowie Mikroorganismen wie Bakterien und Viren.

Die neue Spülabwasseraufbereitung reduzierte den Spülwasserbedarf der Gesamtanlage auf unter 1 %. 

Die komplette Fertigstellung der schlüsselfertigen Anlage erfolgte innerhalb einer sehr kurzen Projektlaufzeit in nur 18 Monaten.

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