18/06/2015 - Frankfurt/Celle

Ressourcen schonen durch Total Water Management - Beispiel DuPont

Wasser ist zu wertvoll, um es nur einmal zu verwenden. Diese Erkenntnis sorgt dafür, dass in vielen Industriezweigen heute zunehmend auf Verfahren zum Wasser-Recycling gesetzt wird. Diese Lösungen ermöglichen die Nutzung von Wasser als werthaltige Ressource und die Rückgewinnung von werthaltigen Inhaltsstoffen. Der sparsame und damit betriebskostenschonende Umgang mit Wasser kann durch Optimierungen im Produktionsprozess realisiert werden.

„Völlig zu Recht ist daher der Bereich Abwasser-Recycling, Re-Use bzw. Kreislaufführung eines der Mega-Themen auf der Achema in diesem Jahr", betont Jens Hoffmeister, Leiter Geschäftsentwicklung Industrie bei Veolia Water Technologies. Dieser Trend spiegele sich auch in zahlreichen aktuellen Projekten von Veolia Water Technologies in Deutschland und weltweit wider. Gestützt werde dies durch nationale und internationale, öffentlich geförderte Forschungsprojekte.

Durch das Recycling besteht die Möglichkeit, Abwässer aufzubereiten und als Prozesswasser wiederzuverwenden. Meistens spare dabei eine Re-Use-Anlage doppelt: auf der Frischwasser­- sowie auf der Abwasserseite.

Viele industrielle Abwässer eignen sich zur Aufbereitung mit dem Ziel der Wiederverwendung:

  • Filterrückspülwasser aus der Wasseraufbereitung
  • Rückspülwasser von Ultrafiltrationen
  • Umkehrosmose-Konzentrat
  • Kühlturmabschlämmwasser
  • Spezifische Prozessabwässer
  • Ablauf von Industriekläranlagen sowie kommunalen Kläranlagen

Oft ist eine einstufige Aufbereitung ausreichend, zum Beispiel zur Entnahme von Feststoffen. Soll jedoch aus dem Ablauf einer Industriekläranlage Prozesswasser mit nahezu Trinkwasserqualität hergestellt werden, sind neben intelligenter Technik auch das verfahrenstechnische Knowhow sowie die passenden Aufbereitungschemikalien gefragt. Eingesetzt wird zumeist eine Kombination aus verschiedenen Verfahrenstechnologien wie chemisch-physikalische Verfahren wie Membrantechnik, Verdampfer und biologische Behandlungsstufen.

Abwasserfreie Produktion durch ZLD - Zero Liquid Discharge

Wird das Wasser soweit recycelt, dass am Ende des Prozesses kein Abwasser anfällt, spricht man von ZLD (Zero Liquid Discharge). Dabei fallen Reststoffe an, die zu verwerten sind. In vielen Anwendungen ist eine weitgehende Wasserkreislauf­führung sinnvoll. Über die Frage, wie weit das Recycling geht, entscheidet die Abwägung der Standortbedingungen, insbesondere hinsichtlich Wasser und Energie, sowie die spezifischen Anforderungen der Produktionsprozesse. Auf Grundlage der Analyse und der Gewichtung der verschiedenen Faktoren fällt die Entscheidung über das optimale Wassermanagement.

Re-Use in der Chemieindustrie - Beispiel DuPont

Zur Senkung des Wasserverbrauchs und zur Schonung der natürlichen Ressource Wasser sollten am DuPont-Standort Hamm-Uentrop neue Wege im Wassermanagement beschritten werden. Ziel war, die in den Vorfluter eingeleitete Abwassermenge durch Abwasserrecycling um mehr als 80% zu reduzieren und die bezogene Trinkwassermenge entsprechend zu senken.

Das Lösungskonzept sah vor, durch die Kombination dreier Aufbereitungsverfahren und Behandlungsstufen eine Wiederverwendung der anfallenden Abwässer zu ermöglichen. Miteinander kombiniert wurden das AAA-Bioaktiv-Verfahren (Alternating Aerobic-Anoxic Activated Sludge Process), einUltrafiltrations-Membransystem sowie Umkehrosmose.

Das Zusammenwirken dieser Verfahren erlaubte die Einbindung des neuen Recycling-Kreislaufs in die fünf bestehenden konventionellen Versorgungssysteme. Die Auswertungen zeigten, dass die Anlage die Zielwerte hinsichtlich Betrieb und Ablaufqualität erreicht bzw. deutlich unterschreitet. Beispielhaft

ist der Umwelteffekt hinsichtlich Trinkwasserbezug und Abwasservolumen. Dies ermöglichte eine jährliche Einsparung der Betriebskosten von ca. 400.000 Euro.

Fotos

Total Water Management in der Prozessindustrie
 

Die Technomap zeigt in der Übersicht die wesentlichen Ansatzpunkte für ein intelligentes Total Water Management in der Prozessindustrie. (für größere Ansicht auf das Bild klicken)

Veolia Umkehrosmose zur Wasserrückgewinnung

Eines der bevorzugt zur Wasserrückgewinnung eingesetzten Verfahren ist die Umkehrosmose als Teil eines umfassenden Verfahrenskonzepts.

DuPont Wasserrecycling-Anlage in Hamm-Uentrop

Optimale Ablaufwerte durch Zusammenwirken dreier Aufbereitungsverfahren bei DuPont in Hamm-Uentrop.

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