16/10/2012 - Rostock

Anti-Legionella Tagung im Kraftwerk KNG Rostock

Wasserkreisläufe umweltverträglich desinfizieren, Betriebskosten senken

Rostock, 16. Oktober 2012 - Legionella sind ein zentrales Thema in der Kühlwasser­behandlung geworden. Damit verbunden ist die Frage wie sich Biofilme - der bevorzugte Lebensraum von Legionella und anderer Mikrobiologie - sowie Kalkbildung unter Beachtung der geltenden Normen wirksam bekämpfen lassen. Zu diesem Thema trafen sich jetzt rund dreißig Experten der Wasseraufbereitung in Kühlkreisläufen von Kraftwerken. Eingeladen hatten das Wassertechnikunternehmen Veolia Berkefeld und die Firma MOL Katalysatortechnik. Das Kraftwerk KNG Rostock mit Kraftwerksleiter Axel Becker hatte sich als Gastgeber der Veranstaltung zur Verfügung gestellt. Präsentiert wurden Erkenntnisse über die Zusammenhänge, Auswirkungen und Ursachen von Fouling sowie Scaling, die Anforderungen an die Analytik zur Messung von Legionellen und anderer Mikrobiologie sowie Erfahrungen aus der Praxis mit Verfahren zur wirksamen Biofilm- und Legionellen-Bekämpfung.

Dr. Jürgen Koppe von der MOL Katalysatortechnik GmbH stellte in seinem Vortrag die Bedeutung der Besonderheiten des Verhaltens von Wassermolekülen für die im oder mit Wasser ablaufenden Prozessen in den Mittelpunkt. Insbesondere beschrieb er den Zusammenhang zwischen Korrosion und Mikrobiologie im Kühlwasser sowie das mit der konventionellen Abtötung von Keimen verbundene Risiko der Freisetzung von Endotoxinen. Vorkommen, Nachweis und die Wirkungen von Legionellen auf die Gesundheit standen im Mittelpunkt des Vortrages von Dr. Antje Christian vom Institut für Lufthygiene in Berlin (ILH). Diskutiert wurde, dass es sogar bei normgerechten Beprobungen zu sehr unterschiedlichen Messergebnissen kommen könne. Notwendig sei neben der sachkundigen Entnahme und Analyse der Proben vor allem auch die korrekte Interpretation aller vorliegenden Ergebnisse. Um die Vermehrung von Legionellen und die Bedeutung von Biofilmen als deren bevorzugter Lebensraum ging es im Vortrag von Dr. Hartmut Lausch von der MOL Katalysatortechnik GmbH. Erläutert wurde das geltende Regelwerk, insbesondere bestehend aus dem HSE - Approved Code of Practice and Guidance, dem VDMA Einheitsblatt 24649 und der VDI-Richtlinien 3803 und 6023. Dabei wurden die Vorzüge und Grenzen etablierter und moderner Antifouling-Technologien bei der Umsetzung dieser Richtlinien ebenso beleuchtet wie die Wichtigkeit der Beseitigung baulicher und strömungstechnischer Mängel für eine nachhaltige Legionellabekämpfung. Peter Guttmann von Berkefeld präsentierte die Ergebnisse der Behandlung von Kühlkreisläufen mit der BerkeLYT-Katalysatortechnologie in verschiedenen Industrien. Als Vorteile der Verfahren stellte er den chemiearmen bzw. chemiefreien Betrieb, die geringen Betriebskosten durch den reduzierten Reinigungsaufwand und im Vergleich zu konventionellen Lösungen sehr geringen Chemikalienverbrauch und die nachhaltige Wirkung heraus. Toralf Schönfelder, Laborleiter im Kraftwerk KNG Rostock, erläuterte abschließend seine Erfahrungen mit dem Einsatz von acht BerkeLYT OXI-Boxen im Kühlturm des Kraftwerks. Behandelt wird damit eine Umwälzleistung von 50.000 m3 pro Stunde. Die an neun Entnahmestellen im Rahmen einer freiwilligen Selbstüberprüfung regelmäßig entnommenen Proben wiesen durchgängig Werte deutlich unterhalb der vorgeschriebenen Richtwerte auf, Legionellen waren quasi nicht nachweisbar.

Wichtige Erkenntnisse der Tagung waren: Legionellen können in Kühltürmen auftreten und in einem Umkreis bis zu ca. 10 km rund um den Kühlturm transportiert werden. Allerdings sind in Deutschland bisher nur sehr vereinzelt Fälle der Verbreitung aus Kühltürmen mit entsprechenden gesundheitsschädlichen Wirkungen aufgetreten. Das Risiko ist beherrschbar, sofern ein abgestimmtes Anti-Legionellen-Programm unter Verbindung von Kompetenz in der Kühlwasserkonditionierung, im Anlagenbau der Wasseraufbereitung und sachkundiger Analytik implementiert ist. Die Bildung von Biofilmen als entscheidende Ursache für einen Legionella-Befall wird somit wirksam unterbunden.

Veolia Berkefeld Schulung Legionellen Bekämpfung

Bild 1

Biofilme sind der bevorzugte Nährboden von Legionellen. Die Kraftwerksexperten informierten sich über Verfahren zur Legionellenbekämpfung im Kühlwasser.

Wasserkreislauf des Kühlturms im Kraftwerk von KNG Rostock

Bild 2

Das Kraftwerk KNG Rostock setzt BerkeLYT OXI-Katalysatoren zur Behandlung eines Umwälzvolumens von 50.000 m3/h ein. In allen untersuchten Proben werden die Richtwerte deutlich eingehalten.

Kühlturm des Kraftwerks von KNG Rostock

Bild 3

Biofilmentfernung in Kühltürmen ist ein wichtiges Thema geworden. Das Kraftwerk KNG hat ein effektives Konzept mit Vorsorgemaßnahmen implementiert.

BerkeLYT GREEN-Katalysator von Veolia

Bild 4

Biozidfreie Biofilmentfernung durch Vollmetallkatalysatoren: BerkeLYT GREEN.

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